Die ersten Wochen

Hallo Leser,

Im Moment liege ich krank im Bett. Die Grippe hat mich erwischt. Das Vikings-Training draußen und ein kleiner Badeausflug sind wohl die Ursache dafür. Doch nichts desto trotz ist in den letzten Wochen ist einiges passiert, was ich euch mitteilen möchte.

Die Arbeit in der Schule wird immer ausgereifter. Den Stundenplan bestimmen wir mehr oder weniger selbst. Wenn wir die Lehrerinnen fragen, ob wir ihre Klasse nehmen dürfen, ist das meistens kein Problem. Dazu haben wir das Move-it Programm kennengelernt, ein vom Staat organisiertes Programm, bei dem die Kinder der vierten und fünften Klasse einen Turnbeutel voll Sportequipment bekommen. Dazu gibt es ein kleines Büchlein, in dem detailliert beschrieben wird, was man machen soll. Von verschiedenen Springseilübungen bis Jonglieren ist alles mit dabei. Immo und ich konnten da den Lehrerinnen ein bisschen helfen und wenn wir es richtig verstanden haben gibt es am Ende des Schuljahres (Dezember) ein Wettkampf. Außerdem gab es letzte Woche Freitag ein Sportevent namens Let‘s Play, an dem unsere Schule teilnimmt. Dabei hat die vierte Klasse einen Parcour durchlaufen, während die Zeit gestoppt wurde. Im Vergleich zu den anderen Schulen war die Lamani nicht so gut, aber alle hatten ihren Spaß und das ist die Hauptsache.

Immo in Action beim Lets Play

Mittlerweile essen Immo und ich immer in der Schule. Die Lamani hat zwei Küchenfrauen, die für alle 300 Schüler kochen. Dadurch bekommen die Schüler zumindest eine warme Mahlzeit am Tag. Manche Zutaten kommen sogar aus dem Schulgarten, was ich sehr cool finde. Für uns ist es auch super, weil wir immer eine kleine Portion für zwischendurch bekommen und dazu noch die Township-Küche kennen lernen.
Das beliebte Spiel River and Rock

Das WG-Leben pendelt sich so langsam ein. Kochen und Waschen werden so langsam zum Alltag. Nach dem wir die ersten Wochen noch sehr häufig Essen waren, sind wir jetzt ziemlich häufig in der Küche unterwegs. Von Wraps über Nudeln bis zu selbstgemachter Pizza ist alles dabei. Meistens essen wir mittags was Kleines oder besorgen Fettkucks, eine Township Spezialität. Das Waschen klappt jetzt auch ganz gut, nur das Timing ist noch ausbaufähig. Man wäscht dann halt doch nur, wenn man keine Klamotten mehr hat…

Fettkucks mit Wurst
Am vorletzten Wochenende waren wir mit allen Südafrikafreiwilligen in Port Alfred, einem kleinen Küstenort. Das Boat Race Festival stand an. Nach dem am Nachmittag verschiedene Universitäten ein Ruderwettbewerb austrugen, gab es am Abend Musik von DJ’s. Ehrlich gesagt war die Musik nicht so meins, aber alle mal wieder zu sehen war echt super. Man konnte sich über die Arbeit und die ersten Erfahrungen austauschen. Leider war das Wetter echt scheiße, es hat fast die ganze Zeit geregnet und die Zelte waren nicht immer trocken, aber was will man machen. Es war echt cool, dass man mit vielen Leuten reden konnte. Die Studenten kamen aus allen Teilen Südafrikas und viele waren sehr an unserer Arbeit interessiert und haben sich gerne mit uns unterhalten. Als kleinen Kulturaustausch haben wir mit manchen Flunkyball gespielt….


Die wunderschöne Aussicht kurz vor Port Alfred

Leider gab es jetzt auch ein kleines Unglück. Beim Sport letztens waren, nach dem Regen vom Vortag, ein paar Pfützen auf dem Sportplatz. Da die Schüler immer wie wild rumrennen, war es daher auch klar, dass einer ausrutschen musste. Dieser Eine kam an gesprintet und hat sich voll auf den Rücken gelegt. Dabei ist er hart mit dem Hinterkopf auf den Asphalt geknallt und fing an zu bluten. Völlig unter Schock haben wir ihn dann verarztet. Auch wenn mir das auch gerne erspart geblieben wäre, war es doch eine gute Möglichkeit für mich, meine Erste-Hilfe skills mal in der Praxis anzuwenden. Im Großen und Ganzen war ich doch ganz zufrieden mit mir, auch wenn ich doch ein wenig überfordert war, da man immer den Kontakt zum Blut vermeiden musst auf Grund der HIV-Infektionsgefahr. Aber mit Handschuhen ging alles ganz gut. Problematisch war nur die Diskussion , was nach dem ersten Verband gemacht werden sollte. In Deutschland hätte man selbstverständlich den Krankenwagen angerufen, doch hier ist das auf Grund von mangelnder Versicherungen nicht so einfach. Die Kosten für einen solchen Einsatz wären schlichtweg zu hoch. Die Diskussion darüber jemandem medizinische Hilfe zu gewähren ist schon unangenehm...

Alle Kinder lieben es fotografiert zu werden

Abschließend lässt sich sagen, dass ich hier in Südafrika sehr viel Spaß habe. Die Mitfreiwilligen, die Lehrer und an sich alle Menschen sind klasse. Mit jedem Tag wächst man mehr in die Kultur rein. Mein Xhosa (die Sprache der schwarzen Bevölkerung) wird immer besser. Ich habe richtig Bock hier was zu machen. Mit den Vikings machen wir zwar draußen Training, aber es macht trotzdem Spaß, sich voll auszupowern. Ansonsten wollen Immo und ich die Fußball-Mädels unserer Vorgänger übernehmen.  Also im Großen und Ganzen bin ich einfach nur froh hier zu sein und bereue kein Stück den doch ganz schon aufwendigen Weg hier her gegangen zu sein.

Noch eine Bitte: Wenn du bis hier hin gelesen hast, schreibe doch bitte „ich“ in die Kommentare. Ich würde mich mega freuen mal zu sehen, wie viele sich hierfür interessieren. Der Text war ja doch sehr lang, aber es ist auch sehr viel passiert. Ich versuche mich die nächsten Male ein wenig kürzer auszudrücken. Versprochen

In dem Sinne:

Alles hat ein Ende nur die Wurst hat zwei!

Bis zum nächsten Mal


Euer Eiko

Kommentare

  1. Ich Bruder
    Hört sich korrekt an, macht weiter so :)

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  2. Kann gerne so ausführlich bleiben, mega interessant!!��❤

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  3. Lass es bloß so lang ;) is interessant zu erfahren was du so machst und wie du es findest :) ♡

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  4. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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  5. Philipp, Lennard und Dirk, wir haben nichts besseres zu tun, als nach einem kack 96-Spiel im MC's deine Posts zu lesen.
    #Bianco#derscheißistweiß

    Gruß Lennard, Philipp und Dirk

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  6. Ich habs auch alles gelesen. Hört sich toll an, ich freu mich für dich :* :*
    Deine Sarah :*

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