Eine Woche Abenteuer

Nachdem jetzt schon rund sechs Wochen in Südafrika verstrichen sind, standen letzte Woche die ersten Ferien für mich an, nämlich die die Frühlingsferien. Eine Woche keine Schule – das wollten wir natürlich ausnutzen, dementsprechend sah unser Zeitplan aus. Nebenbei hatten wir noch Besuch aus Berlin einer Einsatzstelle in der Nähe von East London, welcher am Samstag ankam.  Hier ist die Woche einmal kurz und knapp geschildert:

Sonntag: Addo Elephant Park:

Rund 40 Minuten von Port Elizabeth entfernt befindet sich der dritt größte National Park Südafrikas, der Addo Elephant Park. Wie man am Namen erkennen kann, liegt der Fokus des National Parks auf den Elefanten. Der Park beinhaltet im Wesentlichen nur die Tiere, die schon bei der Gründung des Parks in der Region lebten. Das bedeutet: viele Elefanten, ein paar wenige Löwen, Warzenschweine, Sträuße, Büffel und Antilopen. Der Addo ist ein riesiges Gebiet, was in mehrere Teile unterteilt ist. Der touristische Teil ist sehr groß, weshalb man nicht immer alles sieht. So kam es dann auch, dass wir ohne einen Löwen gesehen zu haben wieder abreisen mussten. Trotzdem war der Tag super schön. Wir haben ca. 30 Elefanten gesehen, die manchmal direkt neben unserem Auto standen. Dazu die eben aufgezählten Tiere. Das Coole ist, dass man, ganz anders als im Zoo, nie wusste was kommt. Manchmal ist man eine halbe Stunde herumgefahren und hat nichts gesehen und plötzlich steht direkt vor dir ein Elefant mit Baby. Insgesamt ein schöner Tag und vielleicht nicht der letzte Besuch im Addo.



Montag: Paintball:

Erstmal hieß es ausschlafen. Als dann alle wieder fit waren ging es los zum Paintball. Es war das erste Mal Paintball für mich und ich hatte echt Respekt vor den Schmerzen. Nett zu wissen war, dass man in Südafrika schon mit 12 Jahren Paintball spielen kann, also ganz anders als im spießigen Deutschland. Für umgerechnet 12€ haben wir zwei Stunden lang auf drei Maps Team Deathmatch gespielt. Ehrlich gesagt war ich nicht sooo sonderlich gut, aber es hat echt Spaß gemacht und das ist ja schließlich die Hauptsache :)

Dienstag:

Nur gechillt. Muss auch mal sein

Mittwoch: Canyoning:

Ich beim Klippenspringen
Darauf hatte ich mich schon die ganze Woche gefreut, Canyoning. Morgens wurden wir von Lee, unserem Guide abgeholt. Mit ihm sind wir dann rund zweieinhalb die Garden Route hochgefahren bis kurz vor Plettenberg. Auf dem Weg dahin haben wir eine Kaffeepause am höchsten Bungeejump der Welt gemacht. Während wir was aßen, konnten wir den mutigen Leuten zugucken, wie sie sich 216 Meter von einer Brücke in die Tiefe stürzten. Der Bungeejump steht bei mir auf jeden Fall auch auf der Liste der Sachen, die ich in Südafrika gemacht haben muss. Auf dem Weg vom Bungeejump zum Canyoning haben wir eine Puffotter gesehen, eine der gefährlichsten Schlangen der Welt. Lee hat uns erzählt, dass sie nicht nur schnell unterwegs ist, sondern auch schnell zubeißen kann. Angeblich kann sie einen Luftballon zweimal beißen, bevor die Luft entweicht. Gott sei Dank saßen wir im Auto. Bei Canyoning angekommen haben wir zwei Neoprenanzüge bekommen, einen Helm und Kletterausrüstung. Unserer Kletter-Guide Tabzzz (Ja so hieß er) ist dann mit uns in die Berge gefahren und dort sind wir dann rund vier Stunden durch die Schluchten geklettert. Vom Abseilen, übers Klippenspringen bis zum Seilbahn fahren war alles dabei. Das Wasser, was direkt aus dem Berg kam war arschkalt und das viele schwimmen und klettern war echt anstrengend, so dass man nach den vier Stunden komplett fertig war. Alles in allem ein sehr cooler Tag.





Donnerstag: Graaff-Reinet:

Für mich war klar, dass ich die Ferien nicht nur in PE bleiben wollte. Deshalb ging es am Donnerstag mit Immo, Imke und zwei anderen Mitfreiwilligen auf den ersten Road Trip. Das Ziel hieß Graaff-Reinet, eine kleine, verschlafene Stadt in der Halbwüste Karoo. Die Stadt ist die viert älteste Südafrikas und ganz im holländischen Siedlerstil errichtet. Nachdem wir Port Elizabeth verlassen hatten, kam sofort Urlaubsstimmung auf. Über eine einsame Landstraße ging es vom Meer immer weiter rein ins Landesinnere. Ganz anders als in PE, war es so ruhig und windstill in der Karoo, fast schon zu ruhig. In Graaff-Reinet angekommen haben wir uns unsere Unterkunft angeguckt. Für fünf Leute hatten wir eine komplett eingerichtete Wohnung für mehr als zehn Leute für uns alleine. Alles sehr luxuriös eingerichtet und für eine Nacht eigentlich viel zu viel für uns. Nachmittags sind wir dann ins Valley of Desolation gefahren, eine sehr majestätische und imposante Gebirgsformation in der Karoo. Nach einer kleinen Wanderung konnte man von einem sehr hoch gelegenen Aussichtspunkt die gesamte Halbwüste überblicken. Der Ausblick hatte sich auf jeden Fall gelohnt. Nach einem kleinen Fotoshooting für potentielle Instagram-Bilder ging es dann ins Tal, in die Stadt zurück. Abends sind wir dann typisch Afrikaans Essen gegangen. Das bedeutete für mich, dass ich die Tiere, welche ich noch vor ein paar Stunden im National Park gesehen habe, auf meinem Teller vorfand. Das herausragend zubereitete Fleisch der Eland-Antilope, sowie das des Kudus(Antilopenart) haben vorzüglich gemundet, kombiniert mit einem kühlen Bier grenzte das Essen an Perfektion. Danach ging es ins Bett.

Die wunderschöne Kirche von Graaff-Reinet


Unser Zimmer, Immo scheint es zu gefallen

Graaff-Reinet von oben


Freitag: Knysna:

Am nächsten Morgen ging es früh wieder los. Knysna hieß das nächste Ziel unseres Road Trip. Die Küstenstadt gilt als kleines Highlight der Garden Route (bekannte Touristen Route von PE nach Kapstadt). Doch vorher mussten wir erst einmal dahin kommen und das erwies sich als abenteuerlicher als vorgestellt. Ich war dran mit Auto fahren und die Fahrt hat mir ne Menge abverlangt. Vom ausgetrockneten Graaff-Reinet ging es erstmal über eine schmale Landstraße Richtung Meer. Vor Knysna erstreckt sich jedoch ein Gebirge, was überwunden werden musste. Auf der Karte, mit der wir uns zurechtfinden mussten (Ja ANALOG) waren zwei Wege für das Gebirge zu finden. Ein Weg war etwas länger und einfach nur Autobahn, der andere war eine unbefestigte Straße direkt durchs Gebirge. Natürlich haben wir uns gegen die Autobahn entschieden. So sind wir rund zwei Stunden über Schotterwege gefahren, die mit Schlaglöchern durchzogen waren. Dazu kamen ziemlich steile und enge Wege, aber immerhin war die Aussicht genial. Da es Richtung Küste ging wurde es immer grüner und die Landschaft erinnerte schon stark an deutsche Gebirge. Natürlich wäre der andere Weg viel schneller gewesen, aber der Adrenalinspiegel wäre dafür nicht so hoch gewesen. In Knysna angekommen haben wir erstmal unsere Unterkunft besucht. Nachdem wir die erste Nacht in einer luxuriösen Ferienwohnung geschlafen haben, hieß es nun Backpacker(Jugendherberge). Das Zimmer hatte 14 Betten, von denen wir fünf einnahmen. Ebenfalls im Zimmer waren zwei Deutsche, ein Südafrikaner und ein japanischer, älterer Mann. Knysna ist für seine wunderschöne Lagune bekannt, welche wir uns natürlich aus der Nähe angucken wollten. Mit einem Kajak haben wir dann die Lagune vom Wasser aus erkundet. Das kristallklare Wasser und die wunderschön grünen Berge drum herum luden zum Entspannen ein. Leider war Knysna sehr touristisch, so dass die mit Schickimicki-Ferienhäusern bestückte Stadt stark einem riesigen Center Park ähnelte. Abends haben wir den Tag mit Pizza und ein paar netten Getränken ausklingen lassen.


Überblick über die Lagune
Samstag: Heimfahrt

Nach dem ausreichenden Frühstück in der Unterkunft sind wir zu den „Heads“ gefahren. Dabei handelt es sich um die Öffnung der Lagune ins Meer. Von dort aus konnte man sowohl die Lagune überblicken als auch aufs Meer herausschauen. Auch hier wurde ein kleines Fotoshooting abgehalten, dann ging es auf den Heimweg. Mit einem kleinen Zwischenstopp in Plettenberg Bay kamen wir nachmittags in PE an. Abends sind wir dann mit allen in den German Club Essen gegangen. Das deutsche Restaurant vermittelt auf jeden Fall ein gewisses Heimatgefühl, wenn man jedoch an einer Deutschlandkarte von 1940 vorbeiläuft, weiß man auch was für Leute so zur Stammkundschaft gehören. Doch im Endeffekt hat die typische Berliner Currywurst super geschmeckt. Wenn es jetzt noch irgendwo Döner geben würde, könnte ich hier in Südafrika bis ans Ende meiner Tage bleiben…. Damit fand der Urlaub sein Ende und rückblickend kann ich sagen, dass er abwechslungsreicher nicht hätte sein können. Die verschiedenen Landschaften, die Unterkünfte und an sich die entspannte Atmosphäre haben den Urlaub perfekt gemacht. Auch dafür, dass wir alles selbstständig organisiert haben ist nichts schiefgelaufen. Ich hätte auch gerne länger wegbleiben können…

Sonntag:

Den Sonntag sind wir ganz entspannt angegangen. Lange geschlafen – in bisschen was organisiert und dann den Tag mit einem Kirchenbesuch abgerundet.

Ehrlich gesagt habe ich während der Ferien die Kids und die Schule vermisst, so dass ich mich schon wieder auf Montag gefreut habe. Alles in allem waren die Ferien echt super. Ich habe in wenig Tagen so viel erlebt. Doch jetzt freue ich mich auf die die Schulzeit. Es stehen ein paar Projekte an, die in die Tat umgesetzt werden wollen.

In dem Sinne:

Eier, wir brauchen Eier (Oliver Kahn)

Bisch zum nächsten Mal


Euer Eiko

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