Neues aus Südafrika

Lieber Leser,
ich bin jetzt schon seit zwei Monaten hier unten, zehn liegen noch vor mir. Die Phase des Einlebens ist vorbei und so langsam kristallisiert eine Art von Alltag heraus. Es gibt mehr oder weniger feste Tagesabläufe und auch die Arbeit läuft echt gut. In dem folgenden Blogeintrag möchte ich erzählen, was es Neues gibt.
Das Wetter ist in den letzten Wochen viel besser geworden. Der Wind ist ein bisschen abgeflacht, so dass die Hitze direkt zu spüren ist. Eincremen ist Pflicht, doch leider habe ich schon so manchen Sonnenbrand erlitten. Doch das gute Wetter hat tatsächlich auch gute Seiten. Vorletztes Wochenende waren rund 27 Grad, weshalb wir Samstag und Sonntag den Tag am Strand verbracht haben. Am Samstag waren wir am touristischen Strand direkt an der Beach Front, Sonntag am Sardinia Bay Strand, einem etwas außerhalb liegenden sehr idyllischen Strand, wo echt wenig los ist. Dort haben wir eine Woche vorher einen Ausritt gemacht. Mit den Pferden ging es erst rund eine dreiviertel Stunde durch den Wald in Richtung Strand, wo wir dann in den Sonnenuntergang ritten. An sich haben Immo und ich nur am Wochenende Freizeit, da wir in der Woche durch die Schule und die Vikings quasi den ganzen Tag außer Haus sind. Manchmal gehen wir abends noch aus, aber meistens ist man zu erledigt vom Tag. Deshalb werden die Wochenenden umso mehr zum Entspannen und Unternehmen genutzt. Letztes Wochenende waren wir auf dem Oktoberfest. Vom German Club ausgerichtet waren am Freitag rund 3000 Menschen in einem riesigen Zelt versammelt. Eine extra aus Deutschland eingeflogene Band hat den ganzen Abend deutsche und englische Partylieder gespielt und alle zehn Minuten wurde ein Prosit auf die Gemütlichkeit ausgesprochen. Die Stimmung war echt klasse, gerade weil sehr viele Studenten und natürlich fast nur Südafrikaner da waren und es alle richtig abgefeiert haben, obwohl sie nichts verstanden haben. Da es uns am Freitag so gut gefallen hat sind wir Samstag direkt nochmal hingegangen. Alles in Allem ein gelungenes Wochenende

Die Arbeit hat sich mittlerweile eingependelt. Wir kennen die Klassen nun so gut, dass wir wissen was wir mit welcher machen können. Wir haben uns ein großes Repertoire an Spiele angeeignet, woraus wir jede Stunde schöpfen können. Neben Fuchs und Ganz, Rübenziehen oder River Rock, sind Fußball und Netball (Südafrikanischer Nationalsport für Frauen, Basketballähnlich) eine sehr beliebte Alternative. Das Mädchenfußball-Team, was von unseren Vorgängern angefangen wurde, haben wir übernommen und wir trainieren es im besten Fall zwei Mal die Woche. Letzte Woche hatte die Mädelsfußballmanschaft ihr erstes Testspiel unter unserer Führung. Es ging gegen die große Nachbarschule, die Charles Duna an der unter anderem Imke arbeitet. In einem packenden Spiel konnte sich die Lamani klar mit 1:0 durchsetzen, was nicht zu Letzt auf die guten Trainer zurück zu führen ist. Im Endeffekt hatte jeder seinen Spaß und die ganze Schule stand hinter unserem Team. Diese Woche haben wir dann mit unserer Jungenmannschaft gegen die Ben Sinuka gespielt. Mit dem Heimvorteil im Rücken konnten einen 5:0 Kantersieg erringen. Das Spiel war sehr ansehnlich und hat echt Spaß gemacht.

Auch das Training mit den Vikings wird immer besser. Da das Wetter vor ein paar Wochen noch echt bescheiden war, ließ die Trainingsbereitschaft sehr zu wünschen übrig. Leider kommen wir im Moment aus bestimmten Gründen nicht in die Halle so, dass wir draußen auf einem Asphaltplatz trainieren, was sehr an Street Sport erinnert. Auch weil die Spieler oft einen weiten Weg zum Training gehen überlegen sie es sich zwei Mal ob sie bei schlechtem Wetter kommen. Manchmal waren Immo und ich ganz alleine, manchmal waren wir zu wenige um zu trainieren so, dass wir gerade am Anfang oft umsonst zur Halle gefahren sind. Mittlerweile ist das Wetter, wie bereits erwähnt besser geworden, so dass die Trainingsbereitschaft deutlich besser ist. Das Training gestalten wir abwechselnd mit Ace und Nisto (Südafrikanischer Nationalspieler bei dem das Training richtig Absturz ist). Da wir leider keine Tore haben, besteht das Training aus Kraft und Sprintübungen. Nach dem Training ist man dann meist so kaputt, dass man nach dem Essen sehr gut schläft. Leider haben wir noch kein Testspiel gehabt, deshalb wissen wir noch nicht, wie sie wirklich Handball spielen, doch das kann ja noch kommen.
Das wars auch schon wieder mit dem kurzen Update. In den nächsten Tagen werden weitere Einträge zum Leben in Südafrika, sowie der Arbeit und zum Thema Sicherheit folgen. Wer Interesse hat, ist dazu eingeladen wiederzukommen.
In dem Sinne:
Machts gut bis zum nächsten Mal,

euer Sipho (Mein Xhosa Name, bedeutet „Geschenk“)

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