Sommerupdate

Hallöchen Leser,

kurz bevor hier die Sommerferien anfangen möchte ich nochmal melden. Das Wetter ist mittlerweile weihnachtlich bei 25-30 Grad und der Wind flacht ein wenig ab. Da es schon lange mehr kein Update von mir gab möchte ich jetzt einmal die Möglichkeit nutzen, um euch zu sagen, was die letzten Wochen so anstand. Los geht’s…

Die Arbeit:

In den Wochen bevor den Examen haben wir sehr viel geschafft. Ziel ist immer jede der 9 Klassen zwei Mal die Woche herauszunehmen und mit ihnen Sport zu machen. Meistens wird daraus aber nichts. Da die Schule nach Schulschluss nicht sicher ist, können wir keine Nachmittagsaktivitäten machen. Unsere Sportteams trainieren wir deshalb in der Unterrichtszeit, meist nach der großen Pause um 12. Das kostet natürlich Zeit in der wir Klassen nehmen können was sehr Schade ist. Doch das Trainieren mit den Fußballmannschaften sowie dem Handballteam macht uns und den Kids echt viel Spaß. Außerdem geht vor Schulschluss sowie so nicht mehr viel, sodass die Schüler nichts verpassen.
Ab letzter Woche bieten wir jetzt auch Schwimmunterricht an. Über das Schwimmprogramm „Learn 2 swim“ kommen wir kostenlos in das Freibad in der Nähe unserer Schule und können dort auch das Equipment wie Nudeln oder Bretter nutzen. Mit zehn Kindern fahren wir nun jeden Montag zum Pool und spielen mit ihnen ein paar Spiele und versuchen ihnen so gut wie möglich Schwimmen beizubringen. Die erste Stunde hat echt viel Spaß gemacht, nach den Ferien geht’s weiter…
In der Schule ist im Moment echt wenig los. Während den Klausuren war der Stundenplan komplett durcheinander, da die vierten, fünften, sechsten und siebten Klassen bis 10 Uhr beschäftigt waren. Danach ging nichts mehr in der Schule. Die Lehrer haben gechillt oder saßen im Lehrerzimmer an den Klausuren, während die Schüler alle Pause hatten und draußen spielten. Wenn wir Klassen rausgenommen haben, waren sie meist nicht vollständig und alle anderen Schüler wollten auch mitmachen. So haben wir meistens draußen auf dem Pausenhof gechillt und mit den Schülern Spiele gespielt. Nachdem nun die Klausuren rum sind ist niemand mehr von den Schülern in der Schule. Zwei Schulen aus unserem Projekt haben schon dichtgemacht, bei uns sind nur die Lehrer da. Heute waren ganze drei Schüler da, die dann auch irgendwann wieder abgehauen sind. Ab nächste Woche Donnerstag sind dann endgültig Ferien.
Morgen fahren wir mit unserem Girls Soccer Team in das etwa vier Stunden entfernte East London zu einem großen Turnier. Zusammen mit fast allen Freiwilligen in Südafrika von meiner Organisation werden wir bis Sonntag in der Schule schlafen und Fußball spielen. Organisation war echt kompliziert (alleine alle Elternzettel zu bekommen war echt Arbeit) doch nun bin froh, dass es losgeht. In meinen Augen haben wir ein ganz gutes Team, deshalb hoffe ich auf einem guten Platz. Doch erstmal liegt der Fokus auf dem Spaß. Die zehn Kinder, welche wir aus rund 30 aussuchen mussten, sind schon sehr aufgeregt. Für manche ist es das erste Mal, dass sie aus Port Elizabeth oder New Brighton rauskommen. Viele die leider nicht mitkommen konnten waren echt traurig was uns das Herz gebrochen hat.

Die Vikings:

Ähnlich wie in der Schule ist auch bei den Vikings die Luft raus. Die Saison ist schon vorbei gewesen als wir gekommen sind und im Moment steht nichts großes an, so dass die Trainingsmotivation nicht soo hoch ist. Vor ein paar Wochen ist aufgrund des schlechten Wetters ein paar Mal ausgesfallen und wenn es nicht ausgefallen ist waren wir mit zwei Spielern alleine. Dann spielt man ein bisschen Basketball auf einen Korb und geht nach einer halben Stunde wieder nach Hause. Im Dezember ist dann offiziell Sommerpause und im Januar wird dann hoffentlich voll durchgestartet (hoffentlich mit Halle).

Freizeit in P.E.:

Da Port Elizabeth eine etwas größere Stadt ist (ca. 1,2 Millionen Einwohner) kann man hier natürlich eine Menge in seiner Freizeit machen. Das große Angebot wird von uns auch gerne angenommen, wenn wir Zeit haben. Letztens waren wir im Kino und haben Doktor Strange geguckt. Auch gucke ich so viel Fußball wie möglich. Da die südafrikanische Liga nicht soo spannend ist, wird hier sehr viel englische Liga und generell europäischer Fußball geguckt. Arsenal London ist mittlerweile mein Lieblingsverein von der Insel. Auch waren wir vor kurzem im Nelson Mandela Bay Stadion, was zur WM 2010 gebaut wurde und dementsprechend riesig und neu ist. Die Orlando Pirates (einer der drei besten Vereine in Südafrika) haben gegen die einheimischen Chippas Untd. gespielt. Das Spiel war eher so auf zweitliga Nivea aus deutscher Sicht, aber die Stimmung war super. Die Fans waren am Tanzen und Singen. Auch wenn ich mich eigentlich für die Kaizer Chiefs (ein anderer Verein aus Südafrika) entschieden haben, war ich an dem Abend für die Pirates, welche sich am Ende mit einem knappen 1:0 durchsetzen.
Ansonsten wird nach einer anstrengenden Woche freitags und samstags oft gefeiert. PE bietet dafür die nötigen Lokationen an denen man es sich gut gehen lassen kann. Tagsüber wird, wenn das Wetter gut ist, meist der Strand aufgesucht an dem man sich zurücklehnen kann. Vor ein paar Wochen haben Immo, Jobst und ich an zwei Läufen in PE teilgenommen. Jeweils 10km haben wir dabei zurückgelegt. Nach dem Ossiloop war das das erstmal, dass ich wieder eine solche Strecke zurückgelegt haben und dafür war ich gar nicht so schlecht. Ganz anders als in Ostfriesland war die Strecke leider nicht eben, so ging es bei dem einen Lauf die ersten fünf Kilometer bergauf und die anderen fünf bergab. Dafür ist die Aussicht ein bisschen besser als zuhause gewesen. So um halb sieben morgens über den Dächern der Stadt laufen zu gehen das Meer in der Ferne zu sehen hat schon was…

Berlin und Seminar:

In Südafrika müssen wir an zwei Seminar teilnehmen, von denen eins diese Woche anstand. Um den weiten Weg nicht am Stück fahren zu müssen, sind wir schon am Freitag in Richtung Berlin gefahren um dort bei den dortigen Freiwilligen zu schlafen. Bei Berlin handelt es sich wie zu erwarten nicht um die deutsche Hauptstadt, sondern um eine südafrikanische Kleinstadt (Sidefact: Im ganzen Land gibt es viele Städte die ihren Namen von großen Städten haben, wie Berlin, Hamburg, Heidelberg, East London, New Brighton oder auch Middelburg, was ich sehr cool finde). Jedenfalls haben wir dort drei Nächte geschlafen. Die sechs Berlin-Freiwilligen haben uns die Stadt und ihre Einsatzstellen gezeigt. Auch sind wir auf das Berlin November Festival gegangen, was am Nachmittag aus Pferderennen, Boxkämpfen und Modeschauen und abends aus Partys bestand. Am Montag ging es dann in die Berge nach Hogsbeck. Dort fand das Seminar mit unserem Mentor Brett Armstrong statt. Bis gestern haben wir uns angehört was die anderen Freiwilligen in ihren Einsatzstellen machen und hatten alle eine Menge Spaß.

Das war’s dann auch schon wieder mit meinem kleinen Update. Wie man sieht erlebe ich hier in kürzester Zeit echt viel. Man wundert sich immer wieder wie lange man schon hier ist. Nächst Woche fangen die Ferien an und dann haben wir ein wenig Zeit das Land zu erkunden. So fahren wir zuerst in die Drakensberge und über Sylvester nach Kapstadt mit dem Rückweg über die berühmte Garden Route. Dazwischen wird zuhause Weihnachten in der Sonne verbracht. Weihnachststimmung bisher übrigens noch nicht so richtig aufgekommen. Die hohen Temperaturen und der übertriebene Weihnachtsschmuck in den Läden passen für mich nicht zusammen…
In dem Sinne:

Auf Wiedersehen und ein frohes Fest

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